Das Prinzip des
Bausparens ist relativ einfach. Viele
zahlen ein, damit andere sich das
vermeintlich günstige Bauspardarlehen
auszahlen lassen können. Wer die
Zuteilungskriterien am frühesten
erfüllt, bekommt das Darlehen zuerst.
Erkauft wird das "günstige"
Bauspardarlehen zum einen durch die
Abschlussgebühr und zum anderen durch
den mageren Guthabenszins während der
Ansparphase. Das dieses Prinzip für den
Kunden nicht sehr lohnenswert ist, hat
sich mittlerweile auch in der breiten
Bevölkerung herumgesprochen.
Die Folge:
Die Umsätze bei den Bausparkassen
brachen ein, denn ein klassisches
Annuitätendarlehen ist am derzeitigen
Finanzierungsmarkt deutlich günstiger
zu haben, als bei den alten
Tarifmodellen der Bauspargesellschaften.
Also mussten sich die Produktmanager von
Bausparfuchs und Co etwas einfallen. Die
Lösung nennt sich Niedrigzinsvarianten.
Und damit gingen die Gesellschaften und
Außendienstmitarbeiter nun wieder auf
die Kunden los.
Einst als Finanzierungsinstrument für Gering-
bzw. Normalverdiener gedacht, hat sich
das Gesicht des klassischen
Bausparvertrages mit der Einführung der
neuen Tarife dramatisch geändert. Was
viele nämlich nicht wissen, nur wer
sein Bauspardarlehen mit einer erhöhten
Tilgung zurückzahlt, bekommt diese
niedrigen Zinsen. Je schneller man tilgt
umso günstiger ist Zinssatz. Alle
anderen müssen auf die alten Tarife
zurückgreifen. Vereinfacht gesagt, wer
am Meisten Verdient, zahlt am Wenigsten.
Somit ist der Bauspargedanke an sich, ad absurdum
geführt. Denn der normale Häuslebauer
kann es sich wahrscheinlich nicht
leisten, sein Bauspardarlehen in 6 oder
8 Jahren zurückzuzahlen. Der Witz
an der Sache ist jedoch: Selbst diese
"Niedrigzinsvarianten" mit
z.B. 1,95% Darlehenszinsen sind in der
vorfinanzierten Variante trotz allem
noch teurer als das günstigste Angebot
eines klassischen Annuitätendarlehens.
Denn man hat errechnet, dass der
tatsächliche Effektivzins bei einem
vorfinanzierten Bausparvertrag deutlich
über 5% liegt. Hinzu kommen noch die
Risiken, wie z.B. einer verspäteten
Auszahlung des Bauspardarlehens usw.
Fazit:
Wer es sich leisten kann, seinen Bausparvertrag sehr
schnell anzusparen und finanziell in der
Lage ist, das Bauspardarlehen in
kürzester Zeit wieder zu tilgen, hat tatsächlich ein
günstiges Finanzierungsinstrument.
Mittlerweile gibt es jedoch auch bei den
Banken Finanzierungsmodelle, die eine
schnellere Tilgung mit deutlichen
Zinsabschlägen belohnen. Es gilt nun zu
errechnen, ob diese
Volltilgerdarlehen
im tatsächlichen Vergleich nicht auch
wieder günstiger sind, als die
Niedrigzinstarife der Bausparkassen,
bezogen auf den tatsächlichen
Effektivzins inkl. aller Kosten und
Ansparverluste.
Quellen: Baufinanzierung @ BeMu | Capital | FHM | Verbraucherzentralen |