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Änderung der Effektivzinsberechnung


Was ist der Hintergrund der Änderung

Seit dem 11.06.2010 ist eine neue Verbraucherkreditrichtlinie in Deutschland umgesetzt worden. Im Rahmen dieser Umsetzung gelten neue Regelungen für die Berechnung des effektiven Jahreszinses.
Für sog. "unechte Abschnittsfinanzierungen", d.h. Immobiliendarlehensverträge, bei denen der Kreditgeber mit dem Kunden eine Sollzinsbindung (früher Nominalzins) vereinbart, die kürzer ist als die Zeit bis zur vollständigen Rückzahlung, kann es dabei unter bestimmten Voraussetzungen zu einer Veränderung der Berechnungsgrundlage und damit des Ergebnisses der Effektivzinsberechnung kommen. Für unechte Abschnittsfinanzierungen wird nach den neuen Vorgaben für die Effektivzinsberechnung lt. Preisangabenverordnung (Anlage zu § 6 PangV II. lit. j) der effektive Jahreszins unter Berücksichtigung der Konditionen für die voraussichtliche Gesamtlaufzeit ermittelt, falls folgende Bedingungen erfüllt sind:

  • Für das Darlehen ist ein gebundener Sollzins (früher "fester Nominalzins" genannt) vereinbart und die Dauer der Sollzinsbindung ist kleiner als die rechnerische Gesamtlaufzeit. Zum Beispiel beträgt die Sollzinsbindung 10 Jahre und aufgrund der vereinbarten Tilgung liegt die rechnerische Gesamtlaufzeit bei 25 Jahren.
  • Im Darlehensvertrag wird die Nutzung eines neuen, veränderlichen Sollzinssatzes für die Zeit nach Ende der Sollzinsbindung (im Beispiel 10 Jahre) vereinbart, soweit im Rahmen einer Prolongation (Verlängerung der Finanzierung nach Ablauf der vereinbarten Sollzinsbindung bei demselben Kreditgeber) kein neuer gebundener Sollzins vereinbart wird. Das bedeutet, dass Sie nach Ablauf der 10 Jahre die Restschuld des Darlehens bei der bestehenden Bank weiterlaufen lassen und weder einen neuen Zinssatz vereinbaren noch eine Anschlussfinanzierung tätigen.
  • Dieser vertraglich vereinbarte veränderliche Sollzinssatz richtet sich nach einem vereinbarten Index oder Referenzzinssatz und wird in regelmäßigen Abständen angepasst. Ein Beispiel für einen solchen Referenzzinssatz ist der EURIBOR.

Falls die genannten Bedingungen erfüllt sind, muss nach den Vorgaben der PangV der heutige Stand des Index oder Referenzzinssatzes in die Effektivzinsberechnung einbezogen werden. Es wird dann für die Berechnung unterstellt, dass der heutige Stand des Index oder des Referenzzinssatzes den Sollzins für die Zeit nach Ablauf der Zinsfestschreibung bildet. Das kann bei den aktuellen Kapitalmarktverhältnissen dazu führen, dass für die Zeit nach dem Ende der Sollzinsbindung ein niedriger Sollzins für die Berechnung des effektiven Jahreszinses angenommen wird (angenommener Anschlusszins nach Ablauf der Sollzinsbindung) und damit der effektive Jahreszins unter dem gebundenen Sollzins (vorher „Festzins“ genannt) liegt.

Was heißt das für Sie als Baufinanzierungsinteressent?

Für Sie als Baufinanzierungsinteressent heißt das: Vergleichen Sie zusätzlich zum Sollzins (früher
„Nominalzins“) die für Ihre Baufinanzierung zu entrichtende monatliche Rate, die Darlehenslaufzeit, die Restschuld nach Ende der Sollzinsbindung sowie die Summe aller gezahlten Sollzinsen. 

Um unseren Kunden den Angebotsvergleich zu erleichtern, weisen wir in unseren Angeboten zusätzlich einen Vergleichszinssatz aus, der auf Basis einer einheitlichen Effektivzinsberechnung über die Dauer der Sollzinsbindung berechnet wird. Somit können Sie trotz der verwirrenden neuen Effektivzinsberechnung, verschiedene Angebote ganz leicht miteinander vergleichen.

16.07.2010

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