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Infos: US - Hypothekenkrise

Was bedeutet die US- Hypothekenkrise für deutsche Baufinanzierungskunden?

Der Hintergrund:
Viele Jahre stiegen die Preise für Wohnimmobilien in den USA, bedingt durch einen boomenden Arbeitsmarkt, stetige Lohnsteigerungen und eine kräftige Nachfrage von Einwanderern. Mit einem historisch niedrigen Leitzins von 1 % im Jahre 2004 standen den Verbrauchern günstige Hypothekenzinsen wie noch nie zur Verfügung. Das wirkte sich wie ein Katalysator auf die Spekulation immer währender Preisanstiege bei Immobilien aus. 

Jeder sah nun die Chance, mit Immobilien reich zu werden. Banken und Finanzinstitute ließen sich innovative Produkte einfallen, um möglichst vielen Kaufinteressenten eine Finanzierung verkaufen zu können.  Die Kreditvergaberichtlinien wurden Zug um Zug gelockert, so dass immer mehr Kunden, die über kein Eigenkapital, vor allem aber über ein zu geringes Einkommen verfügten, zu Immobilienkäufern wurden. Hinzu kommt, dass viele dieser Kunden, wie in Amerika üblich, bereits hohe Konsumentenkredite hatten.  

Die Entwicklung:
Innerhalb von drei Jahren wächst der sog. "Sub-Prime-Markt" zum größten Volumenbringer der US-Kreditinstitute. Nur nehmen die Banken die meisten Darlehen nicht mehr in ihre eigenen Bücher sondern verkaufen Sie, verpackt in innovative Produkte, über den Kapitalmarkt an Finanzinvestoren in der ganzen renditehungrigen Welt.

Es folgen, von 2004-2006, 17 Leitzinserhöhungen der US-Notenbank, bis auf 5,25 %. Damit gerieten viele Kreditnehmer, die in Amerika üblicherweise variable Zinsbindungen haben, in arge Bedrängnis. Die Kreditraten stiegen so hoch, dass viele Ihre Kredite nicht mehr bedienen können. Damit gerät auch die Nachfrage am Immobilienmarkt ins Stocken.  Erst viele Monate später werden die Auswirkungen klar und Anfang 2007 treten die ersten ernsten Probleme auf. Die Anbieter von den sog. Sub-Prime-Krediten können ihre Produkte nicht mehr am Markt platzieren. Die anderen Banken streichen ihnen daraufhin die Kreditlinien, so dass sie schließen müssen. Das ganze System von Verbriefungen von Hypothekenkrediten in den USA wackelt. Die Kreditvergaberichtlinien werden wieder angezogen, was zur Folge hat, dass die Vergabe von Hypothekendarlehen in den USA dramatisch zurückgeht. Eine langwierige Korrektur des US-Wohnimmobiliemarktes steht ins Haus. 

Nun befürchten die US-Behörden eine negative Auswirkung auf den privaten Konsum und helfen kurzfristig mit Unterstützungspaketen, wie der Leitzinssenkung um 0,5 %. Dies sorgte erst einmal für Entspannung am Markt, doch wie man weiß, dauert die Korrektur einer Übertreibungsphase meistens Jahre.

Welche Auswirkungen hat dies für Deutschland ?:
Kurz gesagt, keine. Denn bei uns hat die Übertreibungsphase mit Immobilien und deren schmerzliche Korrektur, bereits in den neunziger Jahren stattgefunden. Stichwort: Ostimmobilien. Wenn da nicht.... ja wenn da nicht einige Banken sich mit Milliardenbeträgen in amerikanische Hypotheken engagiert hätten und sich somit ebenfalls zu Sanierungsfällen entwickelt hätten. Sofort springen die Medien darauf an und man hat das Gefühl, Deutschland ist mittendrinn in dieser Krise.

So ist aber nicht. Für deutsche Baufinanzierungskunden hat diese Krise keinerlei negative Auswirkung auf Ihr Vorhaben. Warum? 

- Die Banken in Deutschland legen Wert auf eine eher vorsichtige Objekteinwertung und eine konservative Bonitätsbewertung. D.h. Darlehensnehmer müssen die Darlehensraten langfristig tragen können.

- In Deutschland werden fast nur langfristige Zinsbindungen vereinbart. D.h. Kunden sind nicht den kurzfristigen Zinsschwankungen an den Märkten ausgeliefert, welche die Kreditraten explodieren lassen könnten. Es herrscht bei deutschen Baufinanzierungen in der Regel hohe Kalkulationssicherheit.

- Es gibt zwar auch in Deutschland Banken, die Baufinanzierungen ohne Eigenkapital vergeben. Die Vergaberichtlinien sind jedoch so ausgelegt, dass die Banken sehr stark darauf achten müssen, dass die Kunden eine starke und sichere Einkommenssituation mitbringen müssen und die Immobilien konservativ bewertet werden. D.h. ein niedriges Einkommen und eine geringe Eigenkapitalquote führt in der Regel zu einer Ablehnung des Finanzierungsantrages.

- Wie bereits Eingangs erwähnt, hat Deutschland bereits eine Korrektur der Immobilienpreise hinter sich. Somit sind die Preise im internationalen Vergleich eher niedrig bewertet und haben seit 15 Jahren keine Steigerung mehr erlebt. Sie gelten daher als beste Sicherheiten, die Banken bekommen können.

Zusammenfassung: In Deutschland gibt es derzeit weder einen Boom bei Immobilien noch sind die Banken bei der Kreditvergabe besonders aggressiv auf Kundenfang aus. Vielmehr ist eher das Gegenteil der Fall. Die Preise sind niedrig und die Banken bewerten Immobilien und Bonitäten eher konservativ. Immobilieninteressenten sollten sich daher nicht abschrecken lassen, und die Gunst der Stunde nutzen, da die Konditionen für Baufinanzierungen in den vergangenen Wochen um ca. 0,30% gefallen sind. Entscheidend für die mittelfristige Zinsentwicklung bleiben allerdings die tatsächlichen Auswirkungen auf die Realwirtschaft in den USA. 

 
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